Modul 6: Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zur Gestaltung von Lernprozessen nutzen

Wie sich das Gehirn die Welt erschließt

Das Forschungsfeld Neurowissenschaften hat zentrale Erkenntnisse zum Lernen von Kindern beigetragen und es liefert viele praktische Anregungen für die Gestaltung von Lernprozessen mit Kindern von 0 bis 10 Jahren. Die Teilnehmenden lernen neurowissenschaftliches Wissen für die Gestaltung von Lernprozessen im Sinne des Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) kennen und werden bei der Umsetzung fachlich begleitet und unterstützt.

Ziele und Inhalte der BEP-Modulfortbildung

Pädagogische Fach- und Lehrkräfte, Tagespflegepersonen und alle weiteren Akteure in den Bildungsorten verstehen die kindlichen Lernprozesse vor dem Hintergrund neurowissenschaftlicher Erkenntnisse.

Die Neurowissenschaften ermöglichen den Teilnehmenden einen ganzheitlichen Blick auf das kindliche Lernen und ein Verständnis für die frühen Bildungsprozesse auf der Basis der Strukturbildung der Hirnfunktionen. In der Fortbildung wird Lernen vom Kind aus betrachtet: Was braucht das Kind, um sich seine Welt zu erschließen, um im Alltag seine Kompetenzen einbringen zu können? Wie müssen Lernprozesse gestaltet sein, damit Kinder gute Bedingungen dabei haben? Auf dieser Basis wird der ganzheitliche und wertschätzende Blick auf das Kind im Sinne des BEP gestärkt.

Bereits vorhandenes Wissen über kindliches Lernen wird neurowissenschaftlich untermauert und mit neuem Wissen verknüpft, sodass die Erkenntnisse für ein vertiefendes und erweitertes Verständnis von Lernprozessen genutzt werden können. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen zur Anatomie und Entwicklung des Gehirns sowie deren Bedeutung für die Lernprozesse kennen. Sie erfahren wichtige Zusammenhänge von Emotionen und Lernen und die Bedeutung exekutiver Funktionen für die gesamte Bildungsbiografie werden thematisiert.

Nach jeder theoretischen Arbeitsphase werden diese Erkenntnisse auf ihre Übertragbarkeit vor dem Hintergrund des BEP in den pädagogischen Alltag des jeweiligen Praxisortes hin überprüft. Spielerische Übungen für die eigene Praxis dienen der Vertiefung und erleichtern den Transfer. Zudem werden Grundlagen für die Entwicklung einer Bildungspartnerschaft mit Eltern in diesem Bereich erarbeitet.

Besonderheiten in diesem Modul

Zeitliche Konzeption:
Tag 1

  • Grundlagen zur Anatomie und Entwicklung des Gehirns – Bedeutung für die Lernprozesse
  • Motivation, Emotionen und Lernen
  • BEP und Neurowissenschaften – wie gehört das zusammen?

Tag 2

  • Exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle, kognitive Flexibilität) und deren Bedeutung für das Lernen
  • Förderung exekutiver Funktionen
  • Themen in Prozesse verwandeln: Vertiefende Auseinandersetzung zu konkreten Umsetzungsmöglichkeiten

Tag 3 bis 5

  • Reflexion der formulierten Ziele
  • Vertiefende Beschäftigung mit Wahlbausteinen

Wahlbausteine sind:

Selbstregulation U3, Bindung und Beziehung, hirngesunde Ernährung, Trauma, Medien, lernförderliche Raumgestaltung, (kultursensible) Wahrnehmung, BEP-orientierter Umgang mit herausforderndem Verhalten, neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Schlafen, Rolle der Spiegelneuronen und die Bedeutung von Vorbildern in pädagogischen Settings.

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